Ein Jahr NEON: Rückblick und Ausblick

2025 neigt sich dem Ende zu und damit auch das erste Jahr im NEON-Projekt.
Wir blicken auf zwölf Monate voller Eindrücke, Gespräche und Begegnungen zurück und geben einen Ausblick auf das, was wir gemeinsam im kommenden Jahr vorhaben. Unser herzlicher Dank gilt den Menschen in den Verbandsgemeinden Lambrecht und Maikammer: Ihre Beteiligung und der freundliche Empfang haben es ermöglicht, ein umfassendes Bild der Ernährungsumgebungen vor Ort zu gewinnen.

Was im ersten Projektjahr passiert ist
Wir waren viel in den Verbandsgemeinden unterwegs. Im ersten Jahr haben wir die Ernährungsumgebungen in den Verbandsgemeinden Lambrecht und Maikammer systematisch erkundet. Dazu gehörten Ortsbegehungen, das Einkaufen in lokalen Läden, die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel und die Teilnahme an lokalen Formaten (u. a. Martinstafel in St. Martin, Kerwe in Esthal). Vor allem aus den Gesprächen und Zukunftswerkstätten haben wir bereits zahlreiche Perspektiven kennengelernt.

Was wir gehört haben
Unsere Gesprächspartner:innen haben uns nicht nur von ihren Einkaufsgewohnheiten und ihrer Ernährung erzählt, sondern auch von dem, was einmal war, und von Ideen für die Zukunft. Viele bedauern den Wegfall bestimmter Einkaufsmöglichkeiten oder gastronomischer Angebote. Zugleich entwickeln sich neue Routinen: Der Weg in die nächstgrößere Stadt oder Bestellungen im Online-Handel sind für viele ebenso selbstverständlich geworden wie einst der Gang in den Dorfladen. Wer nicht mehr so leicht zur nächsten Einkaufsmöglichkeit kommt, wird häufig durch Familie oder engagierte Dorfbewohner:innen unterstützt.
Und es entstehen neue Ideen, die wir weiter gemeinsam ausgestalten wollen.

Gesprächspersonen weiterhin gesucht
Im Rahmen unserer „Kühlschrankgespräche“ über Einkauf und Ernährung konnten wir bereits einige Menschen treffen. Diese möchten wir im kommenden Jahr fortsetzen und suchen dafür noch Gesprächspersonen – insbesondere im Alter zwischen 18 und 50 Jahren. Idealerweise führen wir die Interviews bei Ihnen zu Hause, gerne ist aber auch ein anderer ruhiger Ort möglich.

Im nächsten Frühjahr finden auch weitere Workshops statt, zu denen Bewohner:innen beider Verbandsgemeinden wieder herzlich eingeladen sind. Wir möchten gemeinsam die im Projekt entwickelten Ideen testen und weiter ausgestalten. Hierfür suchen wir auch noch Haushalte, die Interesse haben, diese Ideen über einen Zeitraum von mehreren Wochen im Alltag auszuprobieren.

Drei Ideen, die wir gemeinsam weiterentwickeln wollen
1. Lebensmittel-Lieferdienst mit MoD
Wir haben verstanden, dass Einkaufen für viele Menschen nicht nur das Besorgen von Lebensmitteln ist, sondern auch eine Möglichkeit für Begegnung und um „mal rauszukommen“. Dabei ist es wichtig, gerade frische Lebensmittel selbst auszuwählen und sich auch vom Angebot vor Ort inspirieren zu lassen. Gerade schwere und große Produkte wie Großpackungen und Getränke können dabei aber auch lästig sein. Viele Menschen haben auch den Wunsch geäußert, bestimmte Produkte regionaler beziehen zu können. Der Weg bis zu den Hofläden in der Rheinebene oder nach Neustadt auf den Markt ist aber oft mühsam. Folgenden Fragen möchten wir daher weiter nachgehen: Unter welchen Voraussetzungen ist ein Lieferdienst interessant? Welche Lebensmittel würden Menschen dort bestellen? Wie möchten sie bestellen? Wohin sollen die Lebensmittel geliefert werden?

2. Kassenzettel-App
Was beinhaltet eigentlich nachhaltige Ernährung? Pflanzenbasiertes Essen? Regionale und saisonale Lebensmittel? Wenig verarbeitete Lebensmittel? Wie gehe ich mit gesundheitlichen Einschränkungen um? Manchmal ist es gar nicht so leicht, da den Überblick zu behalten. Das Institut für Verbraucherinformatik der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg entwickelt eine App, mit der Kassenzettel eingescannt werden können. Sie soll damit einen Überblick über die eigene Ernährung ermöglichen und gleichzeitig Anregungen zum Nachdenken bieten. Das möchten wir gerne gemeinsam mit den Menschen vor Ort testen. Interessierte können sich gerne melden!

3. Pfälzer Ernährungs-Orte: Eine gemeinschaftliche Karte nachhaltiger Ernährung
In den Zukunftswerkstätten in St. Martin, Esthal, Lambrecht und Frankeneck haben wir auf großen Karten der Region Orte markiert, die die Ernährungsumgebungen prägen: Supermärkte, Bioläden, Marktstände, aber auch Schränke zur Lebensmittelrettung und Streuobstwiesen. Dieses Wissen würden wir gerne allen Menschen vor Ort zugänglich machen und mit ihren Vorschlägen und zum Beispiel Rezepten oder historischen Geschichten ergänzen. Im nächsten Frühjahr planen wir weitere Veranstaltungen, um diese Karte gemeinsam weiter zu gestalten.

Mitmachen, mitreden, mitgestalten
Sie möchten mit uns über Ihren Einkaufsalltag sprechen, sind interessiert an Workshops oder möchten Rückmeldung zu unseren Ideen geben? Nehmen Sie Kontakt zu uns auf!